Simon Wegmüller

Weiterbildung in Indien vom 17.- 31. Januar 2015

Weiterbildung in Indien vom 17.- 31. Januar 2015
Im Januar reiste ich nach zwei Jahren Unterbruch wieder nach Mumbai um ein zweiwöchiges Intensiv-Seminar mit Prafull Vijayakar zu besuchen. Seit ich Vijayakar im Januar 2004 das erste Mal getroffen habe, bin ich, wegen seinen fantastischen Heilerfolgen und seiner genialen Unterrichtsart, schon zahlreiche Male in Indien gewesen und habe kontinuierlich seine Seminare besucht. Meiner Ansicht nach ist er der erfolgreichste Praktiker der Gegenwart. Seine über 60‘000 Akten umfassende Patientenkartei und die zahllosen präsentierten Videofälle belegen die ungeheur erfolgreiche Erfahrung aus der er in seinen Referaten schöpfen kann.

Die meisten der 45 Teilnehmer wohnten in einem freundlichen Mittelklasse Hotel im Stadtteil Khar. In den neu, für indische Verhältnisse modern-europäisch ausgebauten Räumlichkeiten gleich nebenan, unterrichte fast ausschliesslich der „Meister“ selbst, assistiert von Dr. Borkar, der sich in Europa mit seinen strukturierten Vorträgen ebenfalls bereits einen Namen gemacht hat. Wir waren eine buntgeschmischte Truppe aus der Schweiz, Deutschland, Holland, England und Brasilien.

Die ersten drei Tage wurden morgens jeweils neue Erkenntnisse zu Arzneimittelbilder und Behandlungsstrategien vermittelt und am Nachmittag gab es Live-Patienten. Dr. Vijayakar präsentierte dabei „on stage“ seine Vorgehensweise bei einem Mädchen mit Albinismus und bei einem Mann mit schwerem Verlauf von ALS. Ebenfalls behandelt wurde ein Junge mit Morbus Duchenne, eine ältere Frau mit Lungenfibrose, eine Frau mit postoperativem Mamma-Ca und ein Mann mit Blindheit auf einem Auge, sowie viele mehr.

Am vierten Tag konnten wir staunende Eindrücke im Gratis-Camp „hope for hopeless“ sammeln. Diese Camps, die Vijaykar mit seinem fast 100-köpfigen Assistenten-Team alle paar Monate in Mumbai durchführt, sind Patienten mit schweren Pathologien ( v.a. Kindern mit Behinderungen) gewidmet, die aus finanzschwachem Verhältnissen kommen. An einem Tag werden in einem eigens dafür umfunktionierten Spital fast 2000 Patienten professionell homöopathisch versorgt. Besonders beeindruckend sind in solchen Fällen die Langzeitresultate die bei sogenannt unheilbaren Fällen erreicht werden können.

Nachdem der fünfte und sechste wo wiederum klassischen Unterricht beinhaltete, wohnten wir am siebten Tag einem grossen öffentliche Seminar Vijayakars bei. Vor 1300 aus ganz Indien angereisten Homöopathen stellte er mehrere interessante Fälle vor. Parallel dazu wurden Diplome an Homöopathen verliehen, die einen Weiterbildungskurs in Predictive Homöopathie besucht hatten. Dieser offizielle Teil verlief typisch indisch mit langen Reden von Gesundheitspolitikern und verhältnismässig viel verschwendeter Zeit.

Nach einem Ruhetag den wir fürs Souvenirshopping gut gebrauchen konnten, wurden wir in Kleingruppen an zwei Tagen in verschiedenen Praxen verteilt um einen Einblick in den Alltag der indischen Predictive-Homöopathen zu bekommen. Ich hatte dabei das Glück sowohl bei Ambrish Vijayakar (dem Sohn) als auch bei Dr. Vijayakar selbst hospitieren zu können. Von früheren Aufenthalten war mir das Erlebnis zwar schon bekannt aber die zahlreichen Ausführen direkt aus der Praxis sind jedesmal Gold wert.
Den Abschluss bildeten schliesslich nochmals zwei volle Theorietage mit direktem Heimflug im Anschluss.