Simon Wegmüller

Der Heilungsverlauf


Hahnemann und weitere homoöpathische Ärzte haben beobachtet , dass Heilung nach Gesetzmässigkeiten vor sich geht. Ein guter homöopathischer Therapeut kann darum den Heilungsverlauf optimal beurteilen.

Die sogenannte Hering-Regel umfasst drei wichtige Punkte:
1. Die Heilung verläuft von oben nach unten. Ein Patient mit Gelenkbeschwerden sollte also zuerst Besserung im Schulterbereich, dann in der Hüfte und schliesslich in den Knien verspüren.
2. Von innen nach aussen. Die Heilung erfolgt vom Zentrum zur Peripherie. Das Gemüt als „Innerstes“ bessert sich zuerst. Es folgen die Lebenswichtigen Organe wie Herz, Niere und Lunge. Zum Schluss verschwinden auch die Gelenk- und Hautbeschwerden.
3. In umgekehrter Reihenfolge des Entstehens. Krankheiten die erst kürzlich aufgetreten sind, werden zuerst geheilt. Am Schluss verschwinden jene Beschwerden, die schon am längsten bestehen.

Die Homöopathie versucht „Unterdrückungen“ im schulmedizinischen Sinn zu vermeiden. Was nützt es einem Ekzem-Patienten, wenn seine Hautbeschwerden verschwunden sind, er nun aber an asthmatischen Beschwerden oder gar Depression leidet (umkehrte Heringregel: von aussen nach innen)?! Hier wird deutlich, dass die Hautprobleme des Patienten nicht von Innen heraus geheilt wurden, sondern mit einem äusserlichen Mittel (z.B.: Cortisonsalbe) unterdrückt worden sind.